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20.12.2010
HAUSHALTSREDE
zur Einbringung des Haushaltsplanes
2 0 11
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Bei der Einbringung des Haushaltes 2010 Ende Januar diesen
Jahres habe ich mit Hinweis auf die Finanz- und Wirtschaftskrise
davon gesprochen, dass wir Mut brauchen, die Gemeinde auf gutem Kurs zu halten. Mut, mit Altenberge wieder Fahrt aufzunehmen und in weniger turbulentes Fahrwasser zu gelangen.
Zur Erinnerung:
Die letzten Jahre – vor der Finanz- und Wirtschaftskrise - konnten
die Haushalte der Gemeinde Altenberge kontinuierlich mit einem
positiven Ergebnis abgeschlossen werden.
Erhebliche Infrastrukturmaßnahmen in zweistelliger Millionenhöhe
konnten bewältigt werden ohne eine Neuverschuldung. Gleichzeitig konnte die Verschuldung fast halbiert werden.
Der Höhepunkt war sicherlich das Haushaltsjahr 2008 mit einem
bis dahin noch nie erreichtem Gewerbesteueraufkommen von rd.
12 Mio. €.
Der beispiellose und nicht vorhersehbare Absturz hat uns dann im
Jahr 2009 voll getroffen. Waren die Prognosen bei der Aufstellung
des Haushaltsplanes 2009 eher skeptisch als optimistisch, erlebten wir dennoch diesen dramatischen Einbruch der Einnahmeseite.
Die Gewerbesteuer erreichte geradeeinmal den Betrag von rd. 450.000 €. Die Folge war, dass im Jahr 2009 die gesamte Ausgleichsrücklage in Höhe von rd. 4,6 Mio. € und darüber hinaus ein
Betrag von rd. 2,9 Mio. € aus der allgemeinen Rücklage zum
Ausgleich des Haushaltes 2009 herangezogen werden mussten.
Auch Anfang diesen Jahres stand daher der Haushalt 2010 unter
keinem guten Stern:
Das negative Ergebnis war planmäßig mit fast 5 Mio. € festge-
stellt.
Damit komme ich wieder zum Stichwort „Mut machen“ und „mit
Zuversicht Verantwortung übernehmen“.
Nach derzeitigem Kenntnisstand wird der geplante Fehlbetrag etwa bei 2,2 Mio. € liegen und bedeutet eine Verringerung von über
50 % gegenüber dem Ansatz.
Im wesentlichen ist dieses ebenfalls auf die bereits zitierte Gewerbesteuer zurückzuführen, die gegenüber dem Haushalts-Soll
von 2 Mio. € um rd. 1,8 Mio. € auf nunmehr 3,8 Mio. € gestiegen
ist. Dieses ist sicherlich ein Indiz dafür, dass in Altenberge eine
Vielzahl kleinerer und mittlerer Betriebe von der Wirtschaftskrise
nicht so stark getroffen wurden.
Verhehlen will ich aber auch nicht, dass in dieser Gesamtsumme
Einmaleffekte enthalten sind, die sich so voraussichtlich nicht
wiederholen werden.
Ob wir in Altenberge bereits die Krise hinter uns gelassen haben,
das ist noch nicht endgültig zu sagen. Fakt ist aber, dass sich einige Eckpunkte erfreulich entwickelt haben: die Konjunktur, der
Arbeitsmarkt und eben die Gewerbesteuer.
Dies ist keine Entwarnung, aber doch ein Zeichen deutlicher Entspannung.
In die gleiche Richtung entwickeln sich ansatzmäßig auch die finanziellen Benachteiligungen durch Bund und Land.
Nach jahrelangem erfolglosen Klagen kann man jetzt wenigstens
eine erfreuliche Entwicklung erkennen. Zumindest im Land hat
man parteiübergreifend erkannt, dass die Kommunen akut gefährdet sind. Und es wird gehandelt:
Gemeinsamer Antrag an den Bund zwecks Übernahme von Soziallasten, Rückgabe des Gemeindeanteils an der Grunderwerbssteuer sowie Streichen einiger Befrachtungen im Gemeindefinanzierungsgesetz. Falls es dann auch wirklich so kommt, hätte das
Land zwar immer noch nicht alle Ungerechtigkeiten, so bsplw. die
Krankenhausfinanzierung, beseitigt, aber es geht ganz klar in die
richtige Richtung.
Auf Seiten des Bundes warten wir bis heute vergeblich auf konkrete Schritte. Die seinerzeit versprochene Entlastung der kommunalen Familie in Höhe von 2,5 Mrd. € ist immer noch meilenweit entfernt.
Bleibt also nur zu hoffen und dafür zu kämpfen, dass der parteiübergreifende Landesantrag an den Bund auf Entlastung der
Kommunen von den Soziallasten erfolgreich sein wird – und zwar
schnell.
Wir hier in Altenberge, meine Damen und Herren, sollten auch in
Zukunft folgende Aufgabenfelder gemeinsam engagiert angehen,
ohne die Fortsetzung der Entschuldung außer Acht zu lassen:
- 1. Weitere Verbesserung der Bildungschancen für unsere
Kinder
- 2. Weitere Stärkung der Wirtschaftskraft
- 3. Aktive Gestaltung des demografischen Wandels
- 4. Erhalt und Anpassung der Infrastruktur an die neuen
Herausforderungen
Wenn wir in schwierigen Zeiten mit finanziellen Engpässen diese
Aufgabenfelder als entscheidend für die Zukunftsentwicklung Altenberges ansehen, zwingt uns das zu einer klaren Entscheidung,
genau hier unsere Prioritäten zu setzen, genau hierauf unsere
Ressourcen zu konzentrieren und auch, trotz Einschränkungen in
anderen Bereichen, hier finanzielle Mittel einzusetzen.
Unter diesen Vorzeichen sowie der auch in den letzten Jahren restriktiv vorgenommenen Ausgabendisziplin der Verwaltung sowie
das Verschieben von Vorhaben in die Zukunft, lege ich Ihnen heute den Haushaltsplanentwurf 2011 vor.
Das wichtigste vorab:
Der Haushalt 2011 ist ausgeglichen.
Das ist sicherlich ein gutes Ergebnis. Damit bestätigt sich aber
auch die Prognose der Finanzplanung des Haushaltsplanes 2010.
Die Eckdaten des Haushaltes 2011:
Ergebnisplan
Der Ergebnisplan entspricht der Gewinn- und Verlustrechnung eines Kaufmannes oder Unternehmers.
Er weist ordentliche Aufwendungen von 16,3 Mio. € aus.
Den ordentlichen Aufwendungen stehen Erträge in Höhe
von 16,7 Mio. € gegenüber.
Unter Berücksichtigung weiterer Finanzaufwendungen
und Erträge ergibt sich ein positives Ergebnis von 10.465 €.
Damit wird deutlich, dass die angespannte Haushaltssituation der Jahre 2009 und 2010 sich im Jahre 2011 deutlich entspannen wird. Insbesondere die Ertragsseite weist
eine positive Entwicklung auf, da sich zum einen die
Steuererträge langsam erholen und zum anderen die
Gemeinde Altenberge ab dem Planjahr 2011 erstmals seit über 10 Jahren wieder Schlüsselzuweisungen vom Land
erhält.
Auch ab dem Haushaltsjahr 2012 ist nach heutigem
Kenntnisstand der Haushalt ausgeglichen.
Dieses beruht einerseits auf der weiteren Verbesserung
der Ertragsstruktur und andererseits greifen Konsolidierungseffekte im Bereich der Personal- und Transferaufwendungen.
Der Ergebnisplan im Einzelnen:
Erträge
-> Steuern und ähnliche Abgaben
Steuererhöhungen schlage ich Ihnen, meine Damen und
Herren, auch für das kommende Jahr nicht vor. Die zunächst angedachte Anpassung an die fiktiven Hebesätze
(192 / 381 / 403 Prozentpunkte), die ja bei der Berechnung der Steuerkraft zugrund gelegt werden, haben wir
aus zweierlei Gründen wieder verworfen:
Der hierdurch zu erzielende Mehrertrag beträgt lediglich
rd. 20.000 €/a.
Zum anderen ist seitens des Landes angedacht, eine
Neuberechnung der fiktiven Hebesätze vorzunehmen,
welches voraussichtlich zu höheren Sätzen als derzeit
führen wird.
Ich schlage Ihnen daher wie in den Vorjahren folgende
Hebesätze vor:
Grundsteuer A................................................ 190 v.H.
Grundsteuer B................................................ 380 v.H.
Gewerbesteuer............................................... 400 v.H.
Der Ansatz der Gewerbesteuer wurde vorsichtig geschätzt auf 3 Mio. € festgesetzt. Das Ergebnis 2010 zu erreichen, ist aufgrund der Einmaleffekte des Jahres 2010
ein anspruchsvolles Ziel. Ein ähnliches Aufkommen wie in
den Jahren 2005 bis 2007 in Höhe zwischen 5,8 und 7,8 Mio. € dürfte frühestens in den Jahren 2013 / 2014 erreicht werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sich
die Wirtschaft weiterhin stabilisiert.
Das Aufkommen der Grundsteuern A und B entspricht mit
geringen Steigerungen dem Vorjahresniveau und ist mit
1,4 Mio. € angesetzt.
Der ebenfalls konjunkturabhängige Anteil an der Einkommensteuer dürfte sich auch verfestigen und ist mit 3,5 Mio. € in Ansatz gebracht. Er liegt damit aber noch mit
500.000 € unter dem „Spitzenjahr“ 2008.
Die Einnahmen aus den Kompensationszahlungen aus
dem Familienlastenausgleich einschl. Kinderbonus ist
wegen fehlender Informationen (Proberechnung des Landes) in Höhe des Vorjahresansatzes veranschlagt.
-> Zuwendungen und allgemeine Umlagen
Die Zuwendungen steigen gegenüber
2010 um rd. 2,3 Mio. €.
Aufgrund der gesunkenen Steuerkraft erhält die Gemeinde im Jahre 2011 erstmals wieder Schlüsselzuweisungen.
Die Höhe kann derzeit nur grob geschätzt werden und ist
zunächst mit 3,0 Mio. € in Ansatz gebracht. Hinsichtlich
der Steuerkraft ist festzustellen, dass diese sich gegenüber dem Vorjahr von 11,3 Mio. € auf rd. 5,8 Mio. € verringert hat.
An Erträgen aus der Auflösung von Sonderposten aus erhaltenen Investitionszuweisungen wurden 437.000 € veranschlagt.
Im Jahre 2010 konnte unter dieser Position noch die Einmalzahlung nach dem Einheitslastenabrechnungsgesetz
in Höhe von 570.000 € verbucht werden.
-> Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte
Hierunter fallen Verwaltungsgebühren, Benutzungsgebühren, Nutzungsentschädigungen, Elternbeiträge und
Standgelder. Die Erträge aus der Auflösung von Sonderposten für Beiträge sind mit 625.000 € ermittelt.
Bei den Benutzungsgebühren werden Sie in dieser Sitzung noch über eine geringfügige Anhebung der Abfallgebühren sowie die der Straßenreinigungsgebühren beschließen. Bei den Kanalbenutzungsgebühren, über die
ebenfalls zu beschließen ist, wird ab dem kommenden
Jahr die Gebühr getrennt nach Schmutz- und Niederschlagswasser eingeführt. Die veranschlagten Einnahmen
entsprechen den einstimmig gefassten Beschlussempfehlungen des Hauptausschusses vom 6.12.2010.
-> Sonstige ordentliche Erträge
Die Konzessionsabgaben für Strom, Gas und Wasser sind
auf Vorjahresniveau mit rd. 451.000 € eingestellt.
Zusammenfassung
Ertragsseite Gesamtergebnisplan
| 1. |
Steuern und
ähnliche Abgaben |
8,706 Mio. € |
= |
52,89 % |
| 2. |
Zuwendungen und
allgemeine Umlagen |
3,705 Mio. € |
= |
22,17 % |
| 3. |
Sonstige Transfererträge
|
0,070 Mio. € |
= |
0,42 % |
| 4. |
Öffentlich-rechtliche
Leistungsentgelte |
3,291 Mio. €
|
= |
19,69 % |
| 5. |
Privatrechtliche
Leistungsentgelte |
0,162 Mio. € |
= |
0,97 % |
| 6. |
Kostenerstattungen,
Kostenumlagen |
0,293 Mio. € |
= |
1,75 % |
| 7. |
Sonstige ordentliche
Erträge |
0,486 Mio. € |
= |
2,91 % |
| |
Gesamterträge |
16,714 Mio. € |
= |
100,00 % |
Aufwendungen
-> Personalaufwendungen
Hier ist im kommenden Jahr die zweite Stufe der Umsetzung des neuen Personalkonzeptes - Auflösung der bisherigen fünf Ämter zugunsten der künftigen drei Fachbereiche - im Sinne einer Verschlankung sowie bürgernahen
und zukunftsorientierten Dienstleistungen angesagt.
Die Personalaufwendungen belaufen sich auf 2,776 Mio. € und liegen damit um 156.000 € unter dem Vorjahresansatz. Die Versorgungsaufwendungen steigen dagegen um
39.000 € auf 189.000 €.
Im Vergleich zum Vorjahr sind im Stellenplan folgende
Änderungen enthalten:
- Die Stelle des Fachbereichsleiter I wurde von A 12
nach A 13gD BBesO angehoben (ab 1.4.2010 auch
allg. Vertreter des Bürgermeisters).
- Es wurde eine Stelle der Entgeltgruppe 9 TVöD für
Wirtschaftsförderung/Ortsmarketing eingerichtet;
gleichzeitig wurde die Stelle „Stadtmarketing“ im
Bauamt mit einem Kw-Vermerk versehen.
- Die Stelle der Sachgebietsleitung 3 in der Kämmerei
entfällt, nachdem der Stelleninhaber ab dem
1.7.2010 in den Ruhestand gegangen ist.
- Eine z.Zt. unbesetzte Stelle der Entgeltgruppe 5
TVöD am Bauhof wurde in eine Stelle der Entgeltgruppe 6 TVöD umgewandelt, da sie ab März 2011
mit einem/r Gärtner/in besetzt werden soll.
- Weiterhin wurden einige Teilzeitstellen den in den
vergangenen Jahren geänderten Gegebenheiten
angepasst.
Bei der Ermittlung der Personalkosten wurde die bereits
beschlossene Erhöhung der Vergütungen der tariflich beschäftigten Mitarbeiter und zwar ab 1.1.2011 um 0,6 %,
ab 1.8.2011 um 0,5 % sowie eine Einmalzahlung von
240,00 € berücksichtigt. Im übrigen wurde entsprechend
den Orientierungsdaten des Landes eine 1%ige Erhöhung
eingeplant.
-> Aufwand für Sach- und Dienstleistungen
Der Ansatz liegt mit 2,056 Mio. € ca. 40.000 € unter dem
Vorjahresansatz. Bereits im letzten Jahr wurden bei diesen Aufwendungen verwaltungsseitig erhebliche Kürzungen bzw. Verschiebungen in einer erheblichen Größenordnung vorgenommen. Eine weitere Reduzierung ist z.
Zt. nicht möglich.
Weitere Kostenreduzierungen sind anrechenbar durch die
Inbetriebnahme des neuen Heizkraftwerkes im Laufe des
kommenden Jahres, wodurch erhebliche Energiekosten
eingespart werden.
-> Abschreibungen
Der Ansatz für die Abschreibungen beträgt 2,468 Mio. €.
Nur ein geringer Teil von 35.205 € entfällt auf die Abschreibungen auf geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG),
die im Jahr der Anschaffung ohne Berücksichtigung der
Laufzeit vollständig abgeschrieben werden.
Die Werte sinken im Vergleich zum Jahre 2010 (2,7 Mio. €), was damit zusammenhängt, dass im Rahmen der Prüfung der Eröffnungsbilanz und durch die begonnen Jahresabschlussarbeiten neue Bewertungen, insbesondere
durch Korrekturen der Anlagenbuchhaltung, vorgenommen wurden. Die Aufwandsverringerung führt analog zu
einer Ertragsverminderung bei den Sonderposten.
-> Transferaufwendungen
Die Transferaufwendungen mit insgesamt rd. 7 Mio. € liegen mit rd. 1 Mio. € unter dem Vorjahresansatz, sind aber
weiterhin der größte Aufwandsposten im Gesamtergebnisplan 2011.
Als größte Einzelaufwandsposition verbirgt sich hier die
Kreisumlage, welche mit 5 Mio. € veranschlagt ist.
Obwohl der Kreis Steinfurt seinen Haushalt 2011 in der
Kreistagssitzung am 13.12.2010 beschlossen hat, kann
die genaue Höhe der Kreisumlage z.Zt. noch nicht ermittelt werden.
Der Kreis hat zwar festgestellt, dass die Höhe der Kreisumlage summerisch nicht höher ausfällt als im Jahre
2010; diese Aussage besagt aber noch nichts über die
tatsächlich von Altenberge zu zahlende Umlage. Diese
richtet sich nach der Steuerkraft und der Höhe der
Schlüsselzuweisungen. Da aber die letztere erst nach der
ersten Modellrechnung seitens des Landes vorliegt, kann
derzeit nur grob geschätzt werden.
Das Land NRW hatte ursprünglich geplant, den Entwurf
des Gemeindefinanzierungsgesetzes 2011 Ende November diesen Jahres einzubringen. Zu diesem Zeitpunkt sollte auch eine erste Modellrechnung zum Finanzausgleich
vorliegen.
Dieser Termin wurde mehrfach verschoben. Derzeit ist
aktueller Sachstand, dass diese Informationen Ende Januar/Anfang Februar 2011 vorliegen sollen.
Zum Kreishaushalt haben die Bürgermeister aller kreisangehörigen Städte und Gemeinden wie jedes Jahr eine
umfangreiche Stellungnahme abgegeben. Ich möchte an
dieser Stelle ausdrücklich unserem Landrat Thomas Kubendorff meinen Dank für die von ihm initiierten Sparbemühungen in Bezug auf die Konsolidierung des Kreishaushaltes sagen. Der Landrat ist damit auch den seit
Jahren von den Bürgermeistern angeregten Bemühungen
zu Ausgabenreduzierungen gefolgt. Er hat es mit Weitsicht, Mut und Standfestigkeit getan. Eine solche Haltung
verdient unseren Respekt, meine Damen und Herren.
Zu den Transferaufwendungen gehören weiter auch die
Zuwendungen und Zuschüsse für laufende Zwecke, die
Leistungen nach dem SGB II, dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie nicht zuletzt die Gewerbesteuerumlage.
An den freiwilligen Leistungen, zu denen ich in der letzten
Haushaltsrede ausführlich Stellung bezogen habe, sind
aus bekannten Gründen keinerlei Abstriche vorgenommen worden.
-> Zinsen
Der Zinsaufwand für aufgenommene Kommunalkredite
sinkt kontinuierlich und beträgt rd. 325.000 €. Weiterhin
sind 40.000 € für bereits aufgenommene Kassenkredite
zur Liquiditätssicherung eingeplant.
Zusammenfassung
Aufwandsseite Gesamtergebnisplan
| 1. |
Personalaufwendungen |
2,965 Mio. € |
= |
16,62 % |
| 2. |
Sach- und Dienstleistungen |
2,056 Mio. € |
= |
12,31 % |
| 3. |
Bilanzielle Abschreibungen |
2,468 Mio. € |
= |
14,78% |
| 4. |
Transferaufwendungen |
7,043 Mio. € |
= |
42,17 % |
| 5. |
Sonstige ordentl. Aufwendungen |
1,805 Mio. € |
= |
10,81 % |
| 6. |
Zinsen und ähnliche Auf-
wendungen |
0,366 Mio. € |
= |
2,19 % |
| |
Gesamtaufwendungen |
16,703 Mio. € |
= |
100,00 % |
Finanzplan
Der Finanzplan zeigt die Zahlungsströme, also tatsächliche Einnahmen und Ausgaben auf. Er trifft Aussagen zum
Kassenbestand, beantwortet also die Frage der Kassenliquidität.
Da es sich bei den im Ergebnisplan bezeichneten Erträgen und Aufwendungen, mit wenigen Ausnahmen (u.a.
Abschreibungen) ebenfalls um Einnahmen und Ausgaben
handelt, fließen diese 1 : 1 in die Liquiditätsbetrachtung
ein.
Den Einzahlungen in Höhe von 15,651 Mio. € stehen
Auszahlungen von 14,880 Mio. € gegenüber, so dass derÜberschuss aus der laufenden Verwaltungstätigkeit
770.720 € beträgt.
Hinzu kommen Einzahlungen und Auszahlungen aus Investitionstätigkeiten. Um diese geht es im Folgenden:
Der Finanzplan hat bei den Investitionseinzahlungen ein
Volumen von 2,880 Mio. €; bei den Investitionsauszahlungen beträgt sein Volumen 2,877 Mio. €, so dass im
Planansatz ebenfalls ein Überschuss der Investitionstätigkeit von rd. 3.000 € auftritt.
Dieses bedeutet u.a., dass zur Finanzierung der Investitionen auch im Haushaltsjahr 2011 keine Neuverschuldung
notwendig und somit auch nicht geplant ist.
Nach der Finanzplanung 2012 bis 2014 muss die Frage
einer Neuverschuldung bei Durchführung der geplanten
Maßnahmen jedoch neu gestellt und entschieden werden.
Zuwendungen 2011 in Höhe von 1,628 Mio. € sind wie
folgt veranschlagt:
aus dem Konjunkturpaket
(erneut veranschlagt).................................... 647.000 €
für die innerörtliche Entlastungsstraße.......... 300.000 €
Investitionspauschale................................... 379.000 €
Schul- und Bildungspauschale....................... 200.000 €
Sportstättenpauschale.................................. 40.000 €
Feuerschutzpauschale................................... 39.000 €
Die Beiträge sind mit 360.770 € angesetzt worden.
Zu den sonstigen Investitionseinzahlungen zählen insbesondere die Erlöse aus dem Verkauf von Grundvermögen
in Höhe von rd. 891.000 €.
Nach dem vorliegenden Haushaltsentwurf sind 2,1 Mio. €
u.a. für folgende wichtige Investitionsvorhaben geplant
bzw. werden fortgeführt:
- Erschließung Gewerbegebiet Kümper IV
(Straße und Kanal)........................................ 769.000 €
- Erschließung Gewerbegebiet Ost III............. 150.000 €
- Schmutzwasserbeseitigung
Altenberge West........................................... 220.000 €
- RRB West...................................................... 185.000 €
- Kanalsanierungen......................................... 150.000 €
- Optimierung der gemeindeeigenen
Liegenschaften
unter Einsatz erneuerbarer
Energien (Rest)............................................. 180.000 €
Für folgende maßgebliche Investitionsmaßnahmen stehen noch Haushaltsreste aus dem Vorjahr zur Verfügung:
- Maßnahmen des Konjunkturpaketes II......... 913.000 €
- Anteil der Gemeinde am Bau
der K 50n/K 64 ............................................. 530.000 €
- Innerörtliche Entlastungsstraße................... 460.000 €
Schulden
Für das kommende Jahr ist weiterhin keine Neuverschuldung geplant, vielmehr wird der Schuldenstand weiter
kontinuierlich abgebaut. Er beträgt zum 31.12.2010 rd.
7,2 Mio. € und wird nach Abzug der Tilgung in Höhe von
571.000 € zum 31.12.2011 rd. 6,6 Mio. € betragen, bei einem Vermögen von rd. 99 Mio. €.
Pro Kopf beträgt die Verschuldung aus den längerfristigen
Verbindlichkeiten zum Ende des kommenden Jahres rd. 645 €.
Neben dieser Verschuldung für Investitionen müssen natürlich auch die Liquiditätskredite betrachtet werden.
Die konjunkturelle Anfälligkeit der Kommunen wird gerade
für eine gewerbesteuerstarke Kommune wie Altenberge
besonders deutlich. Das Steueristaufkommen sank von
2008 von annähernd 18 Mio. € auf ca. 6,35 Mio. € in
2009.
Das Wegbrechen der Einnahmen war naturgemäß nicht
nachhaltig aufzufangen. Bis Ende September 2009 konnte die Inanspruchnahme von Kassenkrediten durch das
Abschmelzen von Liquiditätsbeständen noch vermieden
werden.
Am 08.10.2009 wurde dann ein Kassenkreditrahmen über
ein Volumen von 4 Mio. € mit einem Kreditinstitut vereinbart. In Teilbeträgen wurde dieser Betrag im Oktober
2009 dann mit 3,650 Mio. € in Anspruch genommen. Seit dem 19.1.2010 wurde dann der gesamte Rahmen in
Höhe von 4,0 Mio. € ausgeschöpft.
Im Rahmen der Etatberatungen 2010 wurde der Höchstbetrag der Kredite auf 8 Mio. € festgesetzt.
Die Liquiditätslage 2010 hat sich nicht entscheidend verbessert. Gleichwohl konnte die Aufnahme weiterer Kassenbestandsverstärkungsmittel entgegen der Prognose
zu Beginn des Haushaltsjahres vermieden werden.
Der Höchstbetrag der Kredite, die zur Liquiditätssicherung
in Anspruch genommen werden dürfen, ist im § 5 der
Haushaltssatzung weiterhin auf 8 Mio. € festgesetzt.
Eine über den bestehenden Kassenkredit von 4 Mio. €
hinausgehende zusätzliche Kreditaufnahme ist derzeit
nicht erkennbar. Eine Rückzahlung der aufgenommenen
Kredite ist planmäßig aber erst ab dem Haushaltsjahr
2012 möglich, sollte dann aber nach heutiger Einschätzung Priorität haben.
Der Gesamtschuldenstand (Investitions- und Liquiditätskredite) beläuft sich somit zum 31.12.2011 auf 10,627
Mio. €. Auch diese Zahl zeigt, meine Damen und Herren,
dass es weiterhin angesagt ein muss, Kostendisziplin zu
wahren.
Schlussbemerkungen
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
da das Land NRW den Entwurf des Gemeindefinanzierungsgesetzes 2011 nun wahrscheinlich erst im Februar
2011 in den Landtag einbringen wird, sind die im vorliegenden Haushaltsplanentwurf veranschlagten Beträge zu
den Schlüsselzuweisungen und der Kreisumlage geschätzt worden. Es handelt sich um wesentliche Positionen, welche das Gesamtbild des Haushaltes im Rahmen
der Beratungen verändern können. Genaueres wissen wir
bei Vorlage einer Modellrechnung, welche nunmehr im
Februar 2011 veröffentlicht werden soll.
Der Haushaltsentwurf 2011 ist mittlerweile der vierte
Haushalt, welcher auf NKF-Basis erstellt wurde.
Die Herausforderung NKF ist noch lange nicht abgeschlossen und wird uns wie auch fast alle Kommunen in
den kommenden Jahren weiter beschäftigen.
Feststellen können wird, dass die Eröffnungsbilanz zum
1.1.2008 von der GPA in Herne nicht nur örtlich, sondern
auch überörtlich geprüft wurde. Die Genehmigung durch
den Kreis Steinfurt liegt ebenfalls vor.
Die Jahresabschlüsse 2008 und 2009 werden z.Zt. geprüft; die Testierung und Feststellung durch den Rat dürfte im I. Quartal kommenden Jahres erfolgen.
Dieser Haushalt ist gleichzeitig auch der letzte Haushalt,
der unter Federführung unseres Kämmerers Heinz Edelkamp erstellt wurde. Nach seiner Kenntnis hat er insgesamt 36 Haushalte mit aufgestellt, Nachtragspläne sind
hierbei nicht einmal berücksichtigt.
Meine Damen und Herren, es ist glaube ich eine gute Fügung, dass Heinz Edelkamp mit einem ausgeglichenen
Haushalt seine berufliche Tätigkeit im Rathaus der Gemeinde Altenberge beendet. Sein qualifizierter, vorausschauender und auch situationsgerechter Umgang mit der
jeweiligen Finanzsituation unserer Gemeinde zeigt nicht
nur die große Souveränität in diesem Aufgabenbereich,
sondern ist für die Ratsmitglieder immer auch eine verlässliche, berechenbare und vertrauensvolle Hilfe gewesen.
Ohne seiner Verabschiedung im März 2011 vorgreifen zu
wollen, meine Damen und Herren, Heinz Edelkamp gebührt ein außerordentlich großer Dank der Gemeinde Altenberge - und das sage ich sicherlich auch im Namen
meiner Vorgänger im Amt.
Darüber hinaus danke ich allen Kolleginnen und Kollegen
in der Kämmerei sowie der Verwaltung, die an der Aufstellung dieses Werkes beteiligt waren, auch in diesem
Jahr wieder ganz herzlichen.
Uns allen wünsche ich gute Beratungen in den Fraktionen, in den Fachausschüssen und natürlich im Rat.
Kurz vor dem Jahreswechsel danke ich auch allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, den Unternehmen und Organisationen, die in unserer Gemeinde durch ihr Tun, ihren Einsatz und vor allem durch die Bezahlung von Steu-
ern, Gebühren und Beiträgen ihren Anteil dafür leisten,
dass Altenberge eine lebenswerte und liebenwerte Gemeinde ist und bleibt.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Jochen Paus
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