Die im März im Bauausschuss vorgestellten Pläne zur Umgestaltung der Boakenstiege sorgten für Irritationen bei Bürgern und Politikern. Wesentliche Ziele der CDU Altenberge finden sich in den Planungen nicht umgesetzt.

Im Pressegespräch mit der WN legen die Fraktionsvorsitzende Sigrid Schulze Lefert und ihr Stellvertreter Matthias Große Wiedemann die Position und die Ziele der CDU Altenberge dar.

Das Gespräch führte Martin Schildwächter, Westfälische Nachrichten.

Mit den bislang vorgestellten Plänen zur Umgestaltung der Boakenstiege ist die CDU nicht einverstanden. Die Fraktionsvorsitzende Sigrid Schulze Lefert und ihr Stellvertreter Matthias Große Wiedemann fordern unter anderem, einen „Angebotsstreifen“ für Radfahrer. Außerdem soll die Verkehrsinsel in Höhe der Sparkasse verschwinden und durch einen großen, breiten Zebrastreifen ersetzt werden.

„Es ist nur ein Entwurf“, betonen Sigrid Schulze Lefert, CDU-Fraktionsvorsitzende, und ihr Stellvertreter Matthias Große Wiedemann. Das Duo meint den Entwurf eines Ingenieurbüros, das vor Kurzem Pläne zur Umgestaltung der Boakenstiege präsentiert hatte (wir berichteten). „Das war kein Plan, der zur Ausführung kommt“, sagt Sigrid Schulze Lefert. Es sind unter anderem zwei Punkte, die die Christdemokraten fordern: einen separaten „Angebotsstreifen“ für Fahrräder sowie das Weglassen der Mittelinsel in Höhe der Sparkasse. Dafür soll es einen großen, breiten Zebrastreifen geben, so die Vorstellung von Schulze Lefert und Große Wiedemann.

Zudem sprechen sie sich dafür aus, Parkplätze im Zentrum zu erhalten beziehungsweise neue zu schaffen. Große Wiedemann: „Die Geschäftsleute wollen erreichbar sein. Und das stärkt auch das Zentrum.“ Zudem möchte die CDU das alte Haus an der Boakenstiege, das sich auf der gegenüberliegen Seite der Kleiderkammer befindet und in dem Asylbewerber leben, „mittelfristig abreißen“, sagt Matthias Große Wiedemann. Das Haus gehört der Gemeinde und zähle nicht zu den Schmuckstücken an der Boakenstiege. Dieses Areal sollte auf jeden Fall bei der Neugestaltung der Straße mit einbezogen werden, fordert die CDU-Fraktionsspitze. Große Wiedemann: „Das Haus steht im Weg.“

Zudem müsse bei der Planung das große Ziel, also die Verbindung des Marktplatzes, der Boakenstiege und des Kirchplatzes immer im Blick behalten werden, so die beiden Politiker. Das sei schließlich ein zentrales Ergebnis des Projektes „Altenberge 2030“ gewesen.

Der Förderantrag zum Umbau der Boakenstiege muss bis zum 30. Mai bei der Bezirksregierung eingegangen sein. Dann ist noch keine Detailplanung erforderlich. Diese soll nun vorangetrieben werden " und zwar von den Büros, die bereits Pläne für „Altenberge 2030“ erarbeitet haben. Wenn diese neuen Entwürfe vorliegen, geht es wiederum in die Beratung " Ende September 2018 müssen die endgültigen Pläne zum Umbau der Boakenstiege bei der Bezirksregierung vorliegen.

Matthias Große Wiedemann blickte zudem beim Thema Entwicklung der Ortsmitte weit zurück: Der Bau des Nahversorgungszentrums Alte Molkerei sowie die Südumgehung seien zwei zentrale und erfolgreiche Projekte der vergangenen Jahre. Letzteres habe zur „deutlichen Verkehrsreduzierung im Ortskern geführt“, unterstreicht Große Wiedemann. Nun folge konsequenter Weise der nächste Schritt. Die öffentlichen Flächen, wie der Marktplatz, oder Infrastrukturprojekte, wie der Umbau der Boaken­stiege, müssten weiter entwickelt werden. „Es reicht nicht immer nur zu sagen, was nicht geht“, kann sich Große Wiedemann einen Seitenhieb auf Teile der Opposition im Gemeinderat nicht verkneifen. „Wir müssen jetzt Lösungen suchen und Entscheidungen treffen.“

Bei ersten Kostenschätzungen zum Umbau der Boakenstiege im Zuge des Projektes „Altenberge 2030“ wurden 2,5 Millionen Euro veranschlagt, so Große Wiedemann. Diese Summe werde deutlich unterschritten, ist er sich sicher. „Die Boakenstiege soll gut aussehen, aber es muss kein Marmor sein“, ergänzt Sigrid Schulze Lefert.

Und was ist mit der Bahnhofstraße? Damit werde sich die CDU dann beschäftigen, wenn es notwendig ist, betont die Fraktionsspitze. Zunächst müsste feststehen, wie der Bahnhofshügel bebaut werden soll, dann werde man sich der Bahnhofstraße widmen. Doch auf einen Aspekt weist Sigrid Schulze Lefert dann doch hin: Die Bahnhofstraße solle einen Allee-Charakter erhalten.

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